Michelbacher Pfarrfasching 2012

"Es hat sich viel getan in unserm Ort, Pfarrer, Bürgermeister und Kihnmühle sind fort", stellte Protokollarius und Sitzungspräsident Timo Trageser beim 6. Michelbacher Pfarrfasching fest, aber seine Kollegen von der Gruppe "Protokoller aus dem Apostelgarten" hatten für alle Fälle Ratschläge parat.

Gemessen an der Begeisterung des närrischen Publikums haben sich die Akteure aus den kirchlichen Gruppierungen und auch Gast-Fasenachter bei den beiden fünfstündigen Sitzungen weiter gesteigert und sowohl lokale als auch internationale Fastnachtsstimmung im Laurentius-Narrentempel verbreitet.

Mit dem Refrain "Freunde lasst uns lachen und singen im Leben, Freunde nach dem Frohsinn jetzt lasset uns streben. Drum singet und schunkelt hier im Laurentiushaus, es gehen heut die Michelbacher nicht mehr nach Haus", kurbelten "Resi" (Gisela Richter) und "Zenzi" (Irmgard Seither) gleich zu Beginn die Stimmung an. "Putzfrau Isolde von der Pfarreiengemeinschaft" (Regina Höfler) hat beim Kirchenputz festgestellt, dass die Kniebänk in Michelbach besonders weich gepolstert sind. Es wäre wahrscheinlich deshalb, weil beim letzten Pfarrer die Messen etwas länger gedauert hätten, beim Nachfolger bräuchte man jetzt für alle Kirchen bequeme Kniepolster. Pater Bernhard Pieler gefiele es wirklich gut in der Pfarreiengemeinschaft, nur trinkfest müsse man sein. Er hätte noch nie soviel Glühwein getrunken wie beim begehbaren Adventskalender.

Die Winzerkittel sind mittlerweile das Markenzeichen der "Protokoller vom Apostelgarten" (Stefan Berwanger, Musikus Michael Hufnagel, Franz-Josef Kern, Thorsten Kolb, Brigitte Müller, Heinz-Peter und Timo Trageser), die aber auch flugs in andere Gewänder schlüpfen um ihre Beobachtungen in den Orten der Pfarreiengemeinschaft närrisch anschaulich zu dokumentieren.

Von Michelbach dem schönsten Ort in der Natur, zog es Pater Küpper (Heinz-Peter Trageser) ans Ufer der Ruhr, wo er heimwehgeplagt singe "Ich will zurück nach Michelbach". "Tempo-30"-Regelung, Albstadter-Bach-Ausbau zum "Canale Grande", die "hass-geliebten" Albstadter Nachbarn, Stadt- und Kulturhallenbau auf dem "Kihnmühl"-Gelände oder dass Pater Pieler bestimmt 100 Jahre alt werde, waren Themen, die der Protokollarius vorstellte und die anderen gesanglich-mimisch darboten. Beim prognostizierten Weltuntergang 2012 kämen die "zurückgebliebenen" Albstädter erst mal gut weg, wenn sie dann aber später alle vor Petrus stünden, wäre dies die größte Rückrufaktion der Menschheitsgeschichte. Keine Frage, dass das närrische Auditorium den Wunsch der Protokoller auf eine Traumhochzeit des neuen Alzenauer Bürgermeisters (Stephan Noll, Brigitte Müller) frenetisch unterstützte.

"Engel" (Johanna Benzing) auf himmlischer Engel-Nachwuchssuche bekundete: "Der neue Bürgermeister Legler wär so einer", worauf ihr der "Teufel" (Matthias Benzing) in die Parade fuhr: "Finger weg, des is meiner". Unter den Gästen hatte der Teufel noch viele Kandidaten für sich ausgemacht, weil "Sie fröne hier der Völlerei - hauŽn flascheweis de Riesling nei".

Ihrem Ruf als gnadenlose "Derbleckerin" wurde auch wieder Anne Grünewald gerecht. Zur Gaudi der Gäste bekamen wieder eine ganze Reihe Pfarreimitglieder und natürlich ihr Otto ihr närrisches Fett weg.

Bejubelt wurde auch ihre Schilderung von Giselas Adventsfenster mit Gästen zwischen 50 und 90 Jahren und der "stilvollen" musikalischen Umrahmung durch Arnold Stenger, dem "Michael Hirte" von Michelbach.

Das Bemühen der Tanz- und Gaudigruppen, die Konkurrenz mit immer besser, schöner und farbenfroher übertrumpfen zu wollen, schlug sich letztlich in der überschwappenden und ausgelassenen Stimmung des Publikums nieder, das mit Klatsch-Unterstützung und reichlich Szenen-Applaus nicht geizte und damit den Akteuren den verdienten Lohn bescherte. Pater Bernhard Pieler war vom Freitagabend so angetan, dass er in der Vorabendmesse für die Samstag-Sitzung warb, obwohl diese bis auf den letzten Platz ausverkauft war.




Bilder




Text und Fotos:
Otto Grünewald
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